Der Alte Mann"Gerade hatte ich die Drachenfamilie ausgerottet und diese unheimlich gefährlich Gruppe Borbaradianer im Alleingang getötet, als ich plötzlich auf der Strasse eine seltsame gebrechliche Gestalt erblickte. Freundlich lächelnd begrüßte ich den Mann mit einem herzlichen "Die Zwölfe zum Gruße!" als mich dieser plötzlich mit einem Blick, der Milch sauer werden lassen könnte, fixierte. Da fing er auch schon an mich mit wüsten Schimpfreden zu beleidigen und sich zu beschweren, wie ich es denn wagen könnte, ihn so unverschämt anzugrinsen oder daß ich es gar nicht wert sei, den Namen der Zwölfe im Mund zu führen, daß so etwas zu "seiner Zeit" nicht möglich gewesen wäre und daß ich sowieso auf der falschen Strassenseite gehe. Jeder Versuch meinerseits, mich zu entschuldigen machte ihn aber nur noch wütender, bis er schließlich seinen Krückstock ergriff und damit wild auf mich einzuschlagen begann. Ich habe es ja schon mit vielen Gegnern aufgenommen, Basilisken, Lindwürmern und Dämonen, aber diesen Alten Mann konnte ich einfach nicht bezwingen. Sein bemitleidenswertes Erscheinungsbild machte es mir einfach unmöglich, mich gegen ihn zu wehren und so blieb mir nichts anderes als unter dem Hagel der Krückstockschläge schnellstens die Flucht zu ergreifen. Dies war wohl der schändlichste Tag in meinem ganzen Leben ..."- Aus "Erzählungen berühmter Basiliskentöter", 23 Hal
Der Alte Mann im SpielMan darf sich keinesfalls von dem klapperigen Äußeren dieser heimtückischen Spezies, die gar nicht so selten zu finden ist wie man vielleicht annimmt, täuschen lassen, denn die Alten Männer gehören wohl zu den schrecklichsten Monstren, die Aventurien zu bieten hat. Man kann sie beinahe überall finden (nur Orte, an denen laute Musik gespielt wird, scheinen sie abzuschrecken) und sie sind bei den unterschiedlichen Völkern unter vielen Namen bekannt: frûreyntna bei den Elfen, altaknaka bei den Waldmenschen und im alten Bosparan wurden sie seniores genannt.Bei der Auswahl ihrer Opfer gehen die Alten Männer scheinbar völlig wahllos vor. Es reicht eine anscheinend unbedeutende Bemerkung wie "Ach, der alte Reto hat doch nie was getaugt." oder ein zu buntes Kleidungsstück aus, um die furchtbare Wut eines Alten Mannes auf sich zu lenken, der nicht zögert mit seinem (wohl magisch verstärkten) Krückstock dem armen Opfer entsetzliche Wunden zuzufügen. Besonders scheinen es die Alten Männer aber auf jüngere Leute abgesehen zu haben und bewerfen diese gerne mit wirren Beschimpfungen wie "Rotzbengel" oder "Die Jugend von heute taugt nichts!". Es wurden sogar schon Fälle beobachtet, in denen ein Alter Mann sein Opfer nicht nur mit Beleidigungen, sondern auch mit einem künstlichen Gebiss beworfen hat. Was diese Monster allerdings besonders gefährlich macht, ist die Tatsache, daß es durch ihre magische Aura (die Ähnlichkeiten mit einem HARMLOSE GESTALT aufweist) für jeden halbwegs anständigen Menschen absolut unmöglich ist, die Waffe gegen sie zu erheben oder sie sonst irgendwie zu verletzen. Nur die finstersten und niederträchtigsten Gesellen sollen in der Lage sein, sich von dem harmlosen Äußeren eines Alten Mannes nicht täuschen zu lassen. Für alle anderen liegt die einzige Rettung vor ihnen aber in der Flucht. Über die Herkunft dieser Kreaturen ist nur wenig bekannt, denn obwohl sie mit ihren Attacken kurzzeitig die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken vermögen, scheint sich doch niemand weiter für sie zu interessieren. Niemand weiß, woher die Aggressionen der Alten Männer kommen und ob sie nicht vielleicht sogar begründet sind. In vielen Kulturkreisen werden die Alten Männer, die man zu fassen bekommt einfach in ein sogenanntes Altenheim gesperrt und dort zusammen mit ihren Artgenossen ruhiggestellt, damit sie keinen Ärger machen können und man sich nicht weiter um sie kümmern muß. Wir alle sind überzeugt, daß dies die beste Möglichkeit ist, wie man mit solchen garstigen Ungetümen verfahren muß und es ist jedem Helden empfohlen einen freilaufenden Alten Mann sofort den Behörden zu melden, damit er möglichst schnell wieder aus dem Verkehr gezogen werden kann ohne die Menschen zu belästigen.
© 1997 by Daniel Benkmann |