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Non-Anime EssentialsVielleicht geht es ja dem ein oder anderen Anime-Fan ähnlich wie mir. Eigentlich bin ich gar kein reiner Anime-Fan (und als "Otaku" würde ich mich schon gar nicht bezeichnen), sondern vielmehr ein Fan von Zeichentrickfilmen (bzw. Animationsfilmen) im Allgemeinen. Die Sache ist nur die, dass die Japaner meiner Meinung nach die anspruchsvollsten und visuell interessantesten Zeichentrickfilme der Welt produzieren, und sich nicht wie im Rest der Welt nur hauptsächlich auf kleine Kinder als Zielgruppe beschränken. Dennoch gibt es auch einen Haufen westliche Zeichentrick-Produktionen, die meiner Meinung nach absolut sehenswert sind und ohne Probleme den meisten Animes das Wasser reichen können. Ich habe versucht hier eine Liste von nicht-japanischen Zeichentrickfilmen und -serien zusammenzustellen, die auch gehobenen Ansprüchen genügen und sich auf die eine oder andere Art vom grauen Alltagsbrei der westlichen Animation abheben. Nicht jede Zeichentrickproduktion, die ich mir gerne ansehe (wie etwa "Dexters Labor") wird hier auftauchen, sondern wirklich nur die Außergewöhnlichsten. Außerdem sehe ich davon ab, Computer-animierte Filme wie "Toy Story" oder Knet-Animation wie "Chicken Run" auf diese Liste zu setzen, da ich mich ansonsten thematisch zu sehr von Animes entfernen würde. Auch stilistisch zu entfernte Zeichentrickwerke wie z.B. die von Bill Plympton will ich hier mal ausklammern. Falls ihr weitere Vorschläge für diese Liste habt, so schreibt an
worm@daniworm.de. Disney-Filme
Ich persönlich schaue mir sehr gerne Disney-Filme an, aber im Endeffekt ist es egal wie man zu ihnen steht, denn eine Tatsache kann wohl niemand bestreiten: Wenn man von Zeichentrickfilmen spricht, kommt man um den Namen Disney einfach nicht herum. Und das hat auch seinen guten Grund. Walt Disney hat seit den späten 1920er Jahren Pionierarbeit auf dem Feld der Trickfilme geleistet, vor allem auch was deren öffentliche Akzeptanz und Popularität betrifft. Disneys Filme haben so gut wie alle Zeichentrickproduktionen, die danach kamen, auf die eine oder andere Weise beeinflusst (sowohl positiv als auch negativ). Das trifft auch auf Animes zu, die es in dieser Form heutzutage ohne Disney vielleicht gar nicht geben würde.
Womit wir auch schon bei dem Grund wären, warum Disney in den letzten Jahren so in Verruf geraten ist. Die Produktionen der letzten Jahre waren einfach überwiegend uninspiriert und einfallslos. Nichtsdestotrotz ist meiner Meinung nach ein Disney-Film immer einen Besuch wert. Denn selbst bei Rohrkrepierern wie "Tarzan" kann man sich doch stets an der überragenden Animationskunst der Disney-Zeichner ergötzen, deren Budget nunmal weit jenseits dessen liegt, was irgendeiner Anime-Produktion zur Verfügung steht. Neuere Disney-Filme (die mittlerweile allerdings auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben), die ich guten Gewissens empfehlen kann, sind "The Lion King", "Mulan", "Aladdin", "The Little Mermaid" und "Beauty and the Beast" (in dieser Reihenfolge). Als reine Slapstick-Komödie in bester Warner Bros Tradition hat mir auch "The Emperor's New Groove" sehr gut gefallen. "Atlantis" war ebenfalls ein guter Versuch endlich mal mit den üblichen Disney-Klischees zu brechen, konnte aber Story-mäßig leider nicht so ganz überzeugen. Sehr gefallen hat mir hingegen wieder "Lilo & Stitch", der definitiv nicht den Vergleich mit Disneys größten Werken scheuen muss. Das kann man von "Treasure Planet" zwar nicht unbedingt sagen, aber trotzdem hat dieser Film sein schlechtes Einspielergebnis an der Kinokasse nicht verdient und hat viele Qualitäten aufzuweisen. Ach ja, für grundsätzlich alle Disney-Filme gilt, dass man sie sich vorzugsweise im englischen Original ansehen sollte. In der Regel kommen da die Gags sehr viel besser und ich glaube außerdem, dass die meisten Leute, welche die Lieder in Disney-Filmen kritisieren, nur die unsäglichen deutschen Fassungen derselben gehört haben. Auf Englisch sind die Lieder im Normalfall wesentlich erträglicher und ich persönlich finde sie oftmals sogar ziemlich gut. Ehrlich gesagt bedauere ich sogar ein wenig, dass Disney in seine neueren Filme immer weniger Musical-Nummern einbaut (die letzten drei Disney-Filme "Atlantis", "Lilo & Stitch" und "Treasure Planet" hatten sogar überhaupt nichts in der Art drin), da Musicals leider zu einer aussterbenden Filmgattung gehören und Disney bisher die einzigen waren, die dieses traditionelle Genre noch etwas bewahrt haben. Am allerbedauerlichsten ist aber sicherlich, dass Disney nach der letzten Reihe von Flops und aufgrund des aktuellen 3D-Hypes nun beschlossen hat, überhaupt keine klassischen 2D-Animationsfilme mehr zu produzieren (außer TV-Serien und unnötigen Video-Sequels). Man kann nur hoffen, dass sie früher oder später die 2D-Animation "wiederentdecken" werden. Fantasia / Fantasia 2000
Musik, insbesondere auch klassische Musik, hat für mich schon immer untrennbar mit Bildern zusammengehangen. Wann immer ich Musik höre, bilden sich in meiner Fantasie sofort die dazugehörigen Bilder (deswegen bin ich auch ein begeisterter Soundtrack-Käufer). Fantasia ist meiner Meinung nach die nahezu perfekte Symbiose aus Musik und Bildern, mehr als nur ein Film, sondern ein unvergleichliches Erlebnis für Ohr und Auge zugleich. Ganz davon abgesehen war Fantasia 1940 ein absoluter Meilenstein der Zeichentrickkunst (und kaum ein Disney-Film hat den Ausdruck "Kunst" so sehr verdient wie Fantasia), in dem die Zeichner und Animatoren mit damals völlig neuen Techniken experimentieren konnten. Und auch wenn Fantasia 2000 kein ebensolcher Meilenstein ist, so ist der Film doch genauso wie
sein Vorgänger ein wahrer audio-visueller Genuß und hat es sicherlich verdient auf
dieser Liste zu erscheinen. The Iron Giant (Der Gigant aus dem All)
Es ist eine Schande, dass der Film wegen mangelndem Marketing von Warner an den
Kinokassen ziemlich untergegangen ist - eine Geschichte, die in gewisser Hinsicht an das
hiesige Kino-Release von "Prinzessin Mononoke" erinnert. The Prince of Egypt
The Prince of Egypt erzählt die Geschichte von Moses, der sein versklavtes Volk mit der Hilfe Gottes aus den Händen der Ägypter befreit, so wie es im Buch Exodus des Alten Testaments geschildert wird (natürlich mit den üblichen Hollywood-Modifikationen der Story). Mag die Story vielleicht nicht jedermanns Geschmack sein, so ist The Prince of Egypt doch zumindest einer der visuell beeindruckensten westlichen Zeichentrickfilme der letzten Jahre. Wie etwa die Plagen, die Moses auf die Ägypter herabbeschwört, in Szene gesetzt wurden, ist stellenweise schlicht atemberaubend. Bemerkenswert ist auch, dass The Prince of Egypt zwar durchaus noch familientauglich
ist (obwohl einige Szenen für kleine Kinder schon sehr beängstigend sein könnten -
wobei es solche Szenen auch in den meisten Disney-Filmen gibt), aber eindeutig auch relativ stark auf Erwachsene als Zielgruppe abzielt. Die Story ist wesentlich vielschichtiger als das Meiste,
was von Disney kommt (wenn auch sicherlich nicht über dem durchschnittlichen Hollywood-Niveau)
und der Film kommt weitestgehend ohne dämliche Comic-Relief Charaktere (oder gar Tiere) aus. Spirit: Stallion of the Cimarron
Ach ja, ich weiß ich wiederhole mich (und werde das wahrscheinlich noch einige Male in diesem Text tun), aber schaut euch Spirit bitte nur im Original an. Nicht wegen den, wie gesagt recht spärlichen, Dialogen, sondern weil man auf die kranke Idee gekommen ist, die Lieder von Bryan Adams, die einige Stellen des Filmes untermalen, zu übersetzen und von Hartmut Engler singen zu lassen. Urks! :-( The Last Unicorn (Das Letzte Einhorn)
Aber Anime hin oder her, sehenswert ist der Film allemal. Die Animation kann auch heute noch
überzeugen, die Story geht zu Herzen und ist auch für Erwachsene geeignet (im
Fantasy-Genre findet man ja leider ohnehin nur wenige würdige Vertreter in Filmform). Vor
allem aber ist natürlich der Soundtrack gelungen, der die Stimmung des Filmes wunderbar
unterstreicht und auch unabhängig vom Film ein Genuss ist. Batman: The Animated Series / Batman Beyond
Beide Serien stehen in der Tradition von Frank Millers "Dark Knight" und Tim Burtons grandiosen ersten beiden Batman-Filmen und zeichnen das Bild eines düsteren Gotham Citys, in dem an jeder Ecke das Verbrechen lauert. Batman selber ist kein strahlender Held sondern ein getriebener Rächer, der nicht in der Lage ist, ein normales Leben zu führen und selbst im hohen Alter (Batman Beyond) keinen anderen Lebensinhalt als die Jagd nach Verbrechern zu kennen scheint. Animationsmäßig sind beide Serien auf einem hohen Niveau und bedienen sich vieler perspektivischer Elemente und Licht-Schatten-Effekte, die man so nur selten in (westlichen) Zeichentrickserien sieht. Insbesondere empfehlenswert sind die Batman-Spielfilme "Mask of the Phantasm"
(dt. Titel: "Batman und das Phantom") und "Return of the Joker" (bei zweiterem
muss man allerdings aufpassen, dass man die richtige Fassung erwischt, da es hier eine stark
geschnittene und eine ungeschnittene Version gibt). The Simpsons / Futurama
Auch der neueste Streich des Simpsons-Schöpfers Matt Groening, die Science-Fiction
Comedy-Serie "Futurama", kann wieder dieselben Stärken verbuchen, die schon
die Simpsons so groß gemacht haben. Leider wird der Spaß im deutschsprachigen
Raum ein wenig durch die nicht immer geglückte Übersetzung gemindert. Ich empfehle
jedem, sich unbedingt mal beide Serien im Original anzusehen. South Park
Gargoyles
Gargoyles ist diese Serie und stellt einen dramatischen Bruch mit Disneys bisherigen Serien-Produktionen dar. Alleine deswegen hätte Gargoyles es schon verdient, hier aufgeführt zu werden, aber die Tatsache, dass die Serie auch noch extrem gut gelungen ist, schadet natürlich auch nicht. Klar, auch Gargoyles hat einige "Filler"-Episoden, die nicht sonderlich überragend sind, aber für die mehr als Handvoll wirklich exzellenter Folgen, die locker diverse gute Animes in den Schatten stellen, lohnt es sich allemal einen genaueren Blick auf diese Serie zu werfen. Nur von der misslungenen dritten und letzten Staffel, bei der dem ursprünglichen
kreativen Team die Feder aus der Hand genommen wurde, muss ich abraten. Schade übrigens
auch, dass bis jetzt bei jeder Ausstrahlung der Serie im Deutschen Fernsehen die Reihenfolge
der Folgen ziemlich durcheinander gebracht wurde. Bei einer Serie mit einer kontinuierlichen
Handlung ist sowas natürlich höchst irritierend. Looney Tunes
Die modernen Nachfolger der Looney Tunes, wie etwa die "Tiny Toons" oder die
"Animaniacs", können sich größtenteils auch sehen lassen, selbst wenn sie
nicht mehr an die Genialität mancher Klassiker anknüpfen können - wobei
"Pinky and the Brain" auch ziemlich genial ist (wenn man von den Folgen absieht,
in die überflüssigerweise Elmyra von den Tiny Toons eingebaut wurde).
Narf! Who Framed Roger Rabbit (Falsches Spiel mit Roger Rabbit)
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