Worm's Homepage / Anime

Non-Anime Essentials

Vielleicht geht es ja dem ein oder anderen Anime-Fan ähnlich wie mir. Eigentlich bin ich gar kein reiner Anime-Fan (und als "Otaku" würde ich mich schon gar nicht bezeichnen), sondern vielmehr ein Fan von Zeichentrickfilmen (bzw. Animationsfilmen) im Allgemeinen. Die Sache ist nur die, dass die Japaner meiner Meinung nach die anspruchsvollsten und visuell interessantesten Zeichentrickfilme der Welt produzieren, und sich nicht wie im Rest der Welt nur hauptsächlich auf kleine Kinder als Zielgruppe beschränken.

Dennoch gibt es auch einen Haufen westliche Zeichentrick-Produktionen, die meiner Meinung nach absolut sehenswert sind und ohne Probleme den meisten Animes das Wasser reichen können. Ich habe versucht hier eine Liste von nicht-japanischen Zeichentrickfilmen und -serien zusammenzustellen, die auch gehobenen Ansprüchen genügen und sich auf die eine oder andere Art vom grauen Alltagsbrei der westlichen Animation abheben. Nicht jede Zeichentrickproduktion, die ich mir gerne ansehe (wie etwa "Dexters Labor") wird hier auftauchen, sondern wirklich nur die Außergewöhnlichsten. Außerdem sehe ich davon ab, Computer-animierte Filme wie "Toy Story" oder Knet-Animation wie "Chicken Run" auf diese Liste zu setzen, da ich mich ansonsten thematisch zu sehr von Animes entfernen würde. Auch stilistisch zu entfernte Zeichentrickwerke wie z.B. die von Bill Plympton will ich hier mal ausklammern.

Falls ihr weitere Vorschläge für diese Liste habt, so schreibt an worm@daniworm.de.
(Achtung, diese Seite wurde seit vielen Jahren nicht mehr geupdatet, obwohl es freilich noch eine Menge Animationsfilme gäbe, die einen Platz hier verdient hätten. Momentan ist es aus Zeitgründen aber leider eher unwahrscheinlich, dass ich diese Seite in nächster Zeit aktualisieren werde. Über Mails freue ich mich natürlich trotzdem.)


Disney-Filme

Mickey Mouse mit Disney-Logo Viele Anime-Fans rümpfen die Nase ob der abendfüllenden Zeichentrickfilme von Walt Disney (die von Disneys Marketingstrategen ausnahmlos als "Meisterwerke" tituliert werden), laufen sie doch im Vergleich zu den mannigfaltigen Animes immer nach mehr oder weniger dem gleichen Strickmuster ab und beinhalten Elemente, die für manche Leute wohl einfach zu kindisch oder kitschig sind, wie etwa sprechende Comic-Relief-Tiere und schmalzige Lieder alle fünf Minuten.

Ich persönlich schaue mir sehr gerne Disney-Filme an, aber im Endeffekt ist es egal wie man zu ihnen steht, denn eine Tatsache kann wohl niemand bestreiten: Wenn man von Zeichentrickfilmen spricht, kommt man um den Namen Disney einfach nicht herum. Und das hat auch seinen guten Grund.

Walt Disney hat seit den späten 1920er Jahren Pionierarbeit auf dem Feld der Trickfilme geleistet, vor allem auch was deren öffentliche Akzeptanz und Popularität betrifft. Disneys Filme haben so gut wie alle Zeichentrickproduktionen, die danach kamen, auf die eine oder andere Weise beeinflusst (sowohl positiv als auch negativ). Das trifft auch auf Animes zu, die es in dieser Form heutzutage ohne Disney vielleicht gar nicht geben würde.

Alice im Wunderland DVD-Cover Filme wie "Steamboat Willie", die "Silly Symphonies"-Reihe oder "Schneewitchen und die Sieben Zwerge" waren Meilensteine des Genres. Klassiker wie "Dumbo", "Bambi", "Pinocchio", "Susi und Strolch" oder "Peter Pan" werden auch heute noch von Millionen Menschen gerne gesehen. Ich selbst bin weit davon entfernt, alle großen Disney-Klassiker gesehen zu haben, und will deswegen an dieser Stelle nur einen weiteren Film, den ich sehr genossen habe, empfehlen: "Alice im Wunderland" von 1951. Was in diesem Film für ein Feuerwerk an witzigen und abgedrehten Ideen abgebrannt wird, ist enorm. Man merkt förmlich, wieviel Spaß die Animatoren an diesem Film hatten - etwas, was mir bei vielen der neueren Disney-Produktionen abgeht. Story- und charaktermäßig kann "Alice in Wonderland" freilich nicht unbedingt überzeugen.

Womit wir auch schon bei dem Grund wären, warum Disney in den letzten Jahren so in Verruf geraten ist. Die Produktionen der letzten Jahre waren einfach überwiegend uninspiriert und einfallslos. Nichtsdestotrotz ist meiner Meinung nach ein Disney-Film immer einen Besuch wert. Denn selbst bei Rohrkrepierern wie "Tarzan" kann man sich doch stets an der überragenden Animationskunst der Disney-Zeichner ergötzen, deren Budget nunmal weit jenseits dessen liegt, was irgendeiner Anime-Produktion zur Verfügung steht.

Neuere Disney-Filme (die mittlerweile allerdings auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben), die ich guten Gewissens empfehlen kann, sind "The Lion King", "Mulan", "Aladdin", "The Little Mermaid" und "Beauty and the Beast" (in dieser Reihenfolge). Als reine Slapstick-Komödie in bester Warner Bros Tradition hat mir auch "The Emperor's New Groove" sehr gut gefallen. "Atlantis" war ebenfalls ein guter Versuch endlich mal mit den üblichen Disney-Klischees zu brechen, konnte aber Story-mäßig leider nicht so ganz überzeugen. Sehr gefallen hat mir hingegen wieder "Lilo & Stitch", der definitiv nicht den Vergleich mit Disneys größten Werken scheuen muss. Das kann man von "Treasure Planet" zwar nicht unbedingt sagen, aber trotzdem hat dieser Film sein schlechtes Einspielergebnis an der Kinokasse nicht verdient und hat viele Qualitäten aufzuweisen.

Ach ja, für grundsätzlich alle Disney-Filme gilt, dass man sie sich vorzugsweise im englischen Original ansehen sollte. In der Regel kommen da die Gags sehr viel besser und ich glaube außerdem, dass die meisten Leute, welche die Lieder in Disney-Filmen kritisieren, nur die unsäglichen deutschen Fassungen derselben gehört haben. Auf Englisch sind die Lieder im Normalfall wesentlich erträglicher und ich persönlich finde sie oftmals sogar ziemlich gut. Ehrlich gesagt bedauere ich sogar ein wenig, dass Disney in seine neueren Filme immer weniger Musical-Nummern einbaut (die letzten drei Disney-Filme "Atlantis", "Lilo & Stitch" und "Treasure Planet" hatten sogar überhaupt nichts in der Art drin), da Musicals leider zu einer aussterbenden Filmgattung gehören und Disney bisher die einzigen waren, die dieses traditionelle Genre noch etwas bewahrt haben.

Am allerbedauerlichsten ist aber sicherlich, dass Disney nach der letzten Reihe von Flops und aufgrund des aktuellen 3D-Hypes nun beschlossen hat, überhaupt keine klassischen 2D-Animationsfilme mehr zu produzieren (außer TV-Serien und unnötigen Video-Sequels). Man kann nur hoffen, dass sie früher oder später die 2D-Animation "wiederentdecken" werden.

Fantasia / Fantasia 2000

Fantasia Eigentlich gehören diese beiden Filme ja zu den bereits oben ausführlich gewürdigten Disney-Filmen, aber da ich sie so sehr schätze, konnte ich einfach nicht anders und muss sie hier nochmals separat erwähnen.

Musik, insbesondere auch klassische Musik, hat für mich schon immer untrennbar mit Bildern zusammengehangen. Wann immer ich Musik höre, bilden sich in meiner Fantasie sofort die dazugehörigen Bilder (deswegen bin ich auch ein begeisterter Soundtrack-Käufer). Fantasia ist meiner Meinung nach die nahezu perfekte Symbiose aus Musik und Bildern, mehr als nur ein Film, sondern ein unvergleichliches Erlebnis für Ohr und Auge zugleich. Ganz davon abgesehen war Fantasia 1940 ein absoluter Meilenstein der Zeichentrickkunst (und kaum ein Disney-Film hat den Ausdruck "Kunst" so sehr verdient wie Fantasia), in dem die Zeichner und Animatoren mit damals völlig neuen Techniken experimentieren konnten.

Und auch wenn Fantasia 2000 kein ebensolcher Meilenstein ist, so ist der Film doch genauso wie sein Vorgänger ein wahrer audio-visueller Genuß und hat es sicherlich verdient auf dieser Liste zu erscheinen.

The Iron Giant (Der Gigant aus dem All)

The Iron Giant Dieser Spielfilm aus dem Hause Warner ist das, was die meisten der neueren Disney-Filme gerne sein würden: ein Film für Jung und Alt gleichermaßen, der zu Herzen geht ohne in Kitsch auszuarten und ein ernstes Thema behandelt ohne dabei platt zu wirken. Nicht nur für Animationsfans ist dieser Film ein absolutes Muss, sondern für jeden, der endlich mal wieder einen guten Film sehen will.

Es ist eine Schande, dass der Film wegen mangelndem Marketing von Warner an den Kinokassen ziemlich untergegangen ist - eine Geschichte, die in gewisser Hinsicht an das hiesige Kino-Release von "Prinzessin Mononoke" erinnert.

The Prince of Egypt

The Prince of Egypt Mit "Der Prinz von Ägypten" schickte sich Dreamworks unter der Führung von Ex-Disney-Mitarbeiter Jeffrey Katzenberg (z.B. verantwortlich für The Lion King und The Little Mermaid) Ende 1998 an, Disney vom Thron der westlichen Animationsproduzenten zu stoßen. Ich hätte es dem Film gegönnt, aber leider konnte sich Katzenberg erst Jahre später darüber freuen, Disney besiegt zu haben: Sein computer-animierter Shrek verwies Disneys Atlantis auf die hinteren Ränge des Box Office.

The Prince of Egypt erzählt die Geschichte von Moses, der sein versklavtes Volk mit der Hilfe Gottes aus den Händen der Ägypter befreit, so wie es im Buch Exodus des Alten Testaments geschildert wird (natürlich mit den üblichen Hollywood-Modifikationen der Story). Mag die Story vielleicht nicht jedermanns Geschmack sein, so ist The Prince of Egypt doch zumindest einer der visuell beeindruckensten westlichen Zeichentrickfilme der letzten Jahre. Wie etwa die Plagen, die Moses auf die Ägypter herabbeschwört, in Szene gesetzt wurden, ist stellenweise schlicht atemberaubend.

Bemerkenswert ist auch, dass The Prince of Egypt zwar durchaus noch familientauglich ist (obwohl einige Szenen für kleine Kinder schon sehr beängstigend sein könnten - wobei es solche Szenen auch in den meisten Disney-Filmen gibt), aber eindeutig auch relativ stark auf Erwachsene als Zielgruppe abzielt. Die Story ist wesentlich vielschichtiger als das Meiste, was von Disney kommt (wenn auch sicherlich nicht über dem durchschnittlichen Hollywood-Niveau) und der Film kommt weitestgehend ohne dämliche Comic-Relief Charaktere (oder gar Tiere) aus.
Auch was Musik (Hans Zimmer schrieb den Score), Gesang und Sprecher (u.a. Val Kilmer, Ralph Fiennes und Michelle Pfeiffer) betrifft, kann es The Prince of Egypt mit jedem Disney-Film aufnehmen. Wie Disney-Filme ist allerdings auch dieser Film nur im englischen Original so richtig genießbar.

Spirit: Stallion of the Cimarron

Spirit: Stallion of the Cimarron Nach The Prince of Egypt der nächste bemerkenswerte Zeichentrickfilm der Dreamworks Studios (davor kam zwar noch Der Weg nach El-Dorado, aber obwohl der Film sehr unterhaltsam war, kann man ihn kaum als sonderlich herausragend einstufen). Spirit erzählt in eindrucksvollen Bildern die Abenteuer eines wilden Mustangs im nicht minder Wilden Westen. Das besondere an diesem Film ist, dass hier die Tiere, obwohl sie die Hauptpersonen sind, nicht sprechen können, sondern ihre Gefühle einzig und allein mit Gesten, Mimik sowie mit Hilfe von Hans Zimmers sehr schönem Score ausgedrückt werden. Leider waren die Macher des Films nicht ganz konsequent und an einigen Stellen gibt es ein völlig überflüßiges Voice-Over von Matt Damon, der quasi die Geschichte aus Sicht des Pferdes "Spirit" erzählt. Wenn man diesen Faux-Pas mal außer Acht läßt, dann ist Spirit aber in der Tat fast sowas wie ein Stummfilm (mit wenigen menschlichen Sprechrollen) und die Animatoren haben großartige Arbeit dabei geleistet nichtsdestotrotz die Gefühle der tierischen Hauptdarsteller absolut klar herüberzubringen. Obwohl der Film stellenweise ziemlich kitschig und die Handlung vorhersehbar ist, sollte man ihn sich als Animationsliebhaber also auf keinen Fall entgehen lassen. Sehr schön fand ich auch, dass im Gegensatz zum vorherrschenden Trend, Filme (auch Animationsfilme) immer hektischer im "MTV-Stil" zu schneiden, in Spirit viele lange und ruhige Landschaftsaufnahmen präsentiert werden und allgemein der Rhytmus des Filmes nicht so hektisch ist.

Ach ja, ich weiß ich wiederhole mich (und werde das wahrscheinlich noch einige Male in diesem Text tun), aber schaut euch Spirit bitte nur im Original an. Nicht wegen den, wie gesagt recht spärlichen, Dialogen, sondern weil man auf die kranke Idee gekommen ist, die Lieder von Bryan Adams, die einige Stellen des Filmes untermalen, zu übersetzen und von Hartmut Engler singen zu lassen. Urks! :-(

The Last Unicorn (Das Letzte Einhorn)

Das Letzte Einhorn "Was hat der Film denn auf dieser Liste verloren? Das ist doch ein Anime!", werden viele Leute jetzt vielleicht sagen. Und in der Tat, wenn man sich den Zeichenstil von The Last Unicorn so ansieht, dann könnte man fast meinen, dass es sich um eine japanische Produktion handelt - und zum Teil hätte man mit dieser Annahme sogar recht. The Last Unicorn wurde größtenteils von Japanern animiert (von denen später einige zum berühmten Studio Ghibli gingen) und offensichtlich auch von Animes inspiriert, ist aber letztlich keine japanische Produktion. Geldgeber, Regisseur und Drehbuchautor waren allesamt keine Japaner, weswegen ich den Film einfach mal als "Nicht-Anime" einstufe.

Aber Anime hin oder her, sehenswert ist der Film allemal. Die Animation kann auch heute noch überzeugen, die Story geht zu Herzen und ist auch für Erwachsene geeignet (im Fantasy-Genre findet man ja leider ohnehin nur wenige würdige Vertreter in Filmform). Vor allem aber ist natürlich der Soundtrack gelungen, der die Stimmung des Filmes wunderbar unterstreicht und auch unabhängig vom Film ein Genuss ist.

Batman: The Animated Series / Batman Beyond

Batman und Batman Beyond Westliche Zeichentrickserien mit einer düsteren Grundstimmung, die völlig ohne komische Elemente auskommen, sind höchst selten. Selbst das weiter unten erwähnte "Gargoyles" enthielt stets die eine oder andere komische Szene, die das Geschehen weniger finster erscheinen ließ, und spielte im Allgemeinen doch in einer relativ positiven Welt. Nicht so aber in "Batman: The Animated Series" und seinem Nachfolger "Batman Beyond" (bei uns besser bekannt als "Batman of the Future").

Beide Serien stehen in der Tradition von Frank Millers "Dark Knight" und Tim Burtons grandiosen ersten beiden Batman-Filmen und zeichnen das Bild eines düsteren Gotham Citys, in dem an jeder Ecke das Verbrechen lauert. Batman selber ist kein strahlender Held sondern ein getriebener Rächer, der nicht in der Lage ist, ein normales Leben zu führen und selbst im hohen Alter (Batman Beyond) keinen anderen Lebensinhalt als die Jagd nach Verbrechern zu kennen scheint. Animationsmäßig sind beide Serien auf einem hohen Niveau und bedienen sich vieler perspektivischer Elemente und Licht-Schatten-Effekte, die man so nur selten in (westlichen) Zeichentrickserien sieht.

Insbesondere empfehlenswert sind die Batman-Spielfilme "Mask of the Phantasm" (dt. Titel: "Batman und das Phantom") und "Return of the Joker" (bei zweiterem muss man allerdings aufpassen, dass man die richtige Fassung erwischt, da es hier eine stark geschnittene und eine ungeschnittene Version gibt).

The Simpsons / Futurama

Die Familie Simpson Naja, was soll man zu den Simpsons noch groß sagen? Wer sie nicht kennt, hat das letzte Jahrzehnt verschlafen. Die Simpsons sind meiner Meinung nach nicht nur eine der genialsten Zeichentrick-Serien aller Zeiten, sondern eine der besten Serien überhaupt. Es sagt schon viel über eine Serie aus, wenn sie nach über Hundert Folgen immer noch zu unterhalten weiss (auch wenn die letzten Staffeln sehr stark nachgelassen haben).

Auch der neueste Streich des Simpsons-Schöpfers Matt Groening, die Science-Fiction Comedy-Serie "Futurama", kann wieder dieselben Stärken verbuchen, die schon die Simpsons so groß gemacht haben. Leider wird der Spaß im deutschsprachigen Raum ein wenig durch die nicht immer geglückte Übersetzung gemindert. Ich empfehle jedem, sich unbedingt mal beide Serien im Original anzusehen.

South Park

South Park South Park als Animationsserie zu bezeichnen ist streng genommen eigentlich eine Beleidigung für jeden Animator, der etwas auf sich hält. Vor South Park hätte ich nie gedacht, dass man eine so witzige und wunderbar politisch unkorrekte Serie mit so eingeschränkten Mitteln so gut verwirklichen kann. Doch die South Park Erfinder Matt Stone und Trey Parker machen gewissermaßen die Not zur Tugend und haben gerade dank ihres minimalistischen Paper Cut Stils etwas völlig Unverwechselbares und Einmaliges geschaffen. Insbesondere der Kinofilm "South Park: Bigger, Longer & Uncut" ist in meinen Augen einer der witzigsten Animationsfilme der letzten Jahre (allerdings nur in der Originalfassung). Und dabei hat er sogar noch so etwas wie eine sozialkritische und politische Message!

Gargoyles

Gargoyles Eine actionreiche Zeichentrickserie von Disney, die ohne dämliche Comic-Relief Sidekicks auskommt? In der richtige Charakterentwicklung stattfindet? Die in düsteren Farbtönen gehalten ist und überwiegend nachts spielt? Mit furchterregenden Monstern in den Hauptrollen, die auch vor gewalttätigen Konfliktlösungen nicht zurückschrecken? In der nach einer Folge nicht wieder der Status Quo hergestellt ist, sondern in der eine kontinuierliche Geschichte erzählt wird? Die geschickt Elemente unserer Zeit mit Fantasy-Elementen verknüpft? Die sogar diverse Storyelemente von Shakespeare übernimmt? Unmöglich! Oder etwa doch nicht?

Gargoyles ist diese Serie und stellt einen dramatischen Bruch mit Disneys bisherigen Serien-Produktionen dar. Alleine deswegen hätte Gargoyles es schon verdient, hier aufgeführt zu werden, aber die Tatsache, dass die Serie auch noch extrem gut gelungen ist, schadet natürlich auch nicht. Klar, auch Gargoyles hat einige "Filler"-Episoden, die nicht sonderlich überragend sind, aber für die mehr als Handvoll wirklich exzellenter Folgen, die locker diverse gute Animes in den Schatten stellen, lohnt es sich allemal einen genaueren Blick auf diese Serie zu werfen.

Nur von der misslungenen dritten und letzten Staffel, bei der dem ursprünglichen kreativen Team die Feder aus der Hand genommen wurde, muss ich abraten. Schade übrigens auch, dass bis jetzt bei jeder Ausstrahlung der Serie im Deutschen Fernsehen die Reihenfolge der Folgen ziemlich durcheinander gebracht wurde. Bei einer Serie mit einer kontinuierlichen Handlung ist sowas natürlich höchst irritierend.

Looney Tunes

Die Looney Tunes Wer kennt sie nicht: Bugs Bunny, Daffy Duck, Speedy Gonzales, Elmer Fudd, Sylvester, Tweety, Road Runner, Wile E. Coyote und all die anderen Figuren, die aus den begnadeten Federn von Künstlern wie Chuck Jones, Friz Freleng oder Robert McKimson stammen. Die sogenannten Looney Tunes der Warner Brothers haben sich mit ihrem anarchistischen Charme einen Platz im Herzen der Menschen erobert und sind längst nicht mehr aus unserer Kultur wegzudenken. Auch heute haben diese Cartoons, die teilweise schon über 50 Jahre auf dem Buckel haben, nichts von ihrem Reiz verloren. Insbesondere die Geschichten um meine beiden persönlichen Favoriten, Daffy Duck und Wile E. Coyote (samt Roadrunner), sehe ich mir immer wieder gerne an.

Die modernen Nachfolger der Looney Tunes, wie etwa die "Tiny Toons" oder die "Animaniacs", können sich größtenteils auch sehen lassen, selbst wenn sie nicht mehr an die Genialität mancher Klassiker anknüpfen können - wobei "Pinky and the Brain" auch ziemlich genial ist (wenn man von den Folgen absieht, in die überflüssigerweise Elmyra von den Tiny Toons eingebaut wurde). Narf!

Who Framed Roger Rabbit (Falsches Spiel mit Roger Rabbit)

Who Framed Roger Rabbit Okay, der Film ist sicherlich kein reiner Zeichentrickfilm, sondern zu gleichen Teilen noch ein Realfilm, aber nichtsdestotrotz sollte sich kein echter Animationsfan dieses Meisterwerk entgehen lassen. Dabei bezieht sich "Meisterwerk" gar nicht mal unbedingt auf den eigentlichen Film, obwohl dessen Handlung und Charaktere zweifellos höchst originell und spaßig sind, sondern vielmehr auf die ungeheur gut gelungene Kombination von realen Kulissen und Schauspielern mit gezeichneten Figuren. Zwar gab es auch schon vor Roger Rabbit Filme, in denen Zeichentrickfiguren mit der realen Welt interagierten, aber noch nie zuvor (und streng genommen bisher auch danach nie wieder) ist dieses Zusammenspiel so gut gelungen wie in diesem Film. Nimmt man noch die Tatsache hinzu, dass sich der Film auch storymäßig mit den Beziehungen zwischen Mensch und Cartoons beschäftigt und zahlreiche Insidergags enthält, kann ich "Who Framed Roger Rabbit" jedem Freund von Zeichentrickfilmen wirklich nur ans Herz legen.
Die Roger Rabbit Kurz-Cartoons, von denen leider nur drei Stück produziert wurden, sind übrigens auch absolut empfehlenswert und stehen in bester Looney Tunes Tradition.


Yellow Ball

Im Forum über diese Liste diskutieren



© 2004 by Daniel "Worm" Benkmann
Adresse dieser Seite: http://anime.daniworm.de/spc-nonanime.htm